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Warum das Konzept der Work-Life-Balance längst überholt ist

Work-Life-Balance vs. Life-Domain-Balance

Warum das Konzept der Work-Life-Balance längst überholt ist

von Andreas Hermann

Ich kann es nicht mehr sehen: Auf jeder Zeitung, Zeitschrift und Käseblatt wird immer wieder tituliert: “Wie die Work-Life-Balance funktioniert”, “5 Wege zur besseren Work-Life-Balance”, “Tipps für eine ausgewogene Work-Life-Balance”. Mir persönlich kommt hierbei nur mehr ein müdes Lächeln über die Lippen. Und gleichzeitig bin ich genervt.

Stechuhr ade

Ja, durch die neuen Formen die Kommunikation sind wir immer und überall erreichbar. Ja, es ist egal, von wo aus wir arbeiten. Ja, auch ich schreibe meinen Mitarbeitern auch abends und in der Freizeit noch E-Mails. Und ja, auch diesen Blogbeitrag schreibe ich am Wochenende. Trotzdem habe ich dieses “Leben”. Das Konzept der Work-Life-Balance ist gemeinsam mit der Fließbandarbeit hinfällig geworden. Früher war die Stechuhr die Trennung zwischen Arbeit und Leben. In der Arbeit habe ich nicht gelebt und im Leben nicht gearbeitet. Aber heute ist das nun mal anders. Und das ist auch gut so.

Schluss mit dem Work-Life-Balance schwarz-we

In der psychologischen Fachliteratur wird deshalb auch nicht mehr von der Work-Life-Balance gesprochen. Das Konzept lautet nun “Life-Domain-Balance”. Jeder hat unterschiedliche Lebensbereiche: die Arbeit, die Kollegen, die Hobbies, die Familie, die Freunde, die Sportkamaraden usw. Aber meine Kollegen können ja auch meine Freunde sein. Und ich kann mein Hobby zum Beruf machen und meine Frau kann meine Freundin sein. Es sind also lauter unterschiedliche Lebensbereiche, die ineinander greifen. Und das ist nicht mal schlecht, weil meine persönlichen Fähigkeiten überall voneinander profitieren und lernen können. Als Kapitän meiner Mannschaft kann ich als Führungskraft dazulernen. Als leidenschaftlicher Bastler kann ich schicke Möbel basteln, die in der Arbeit saugut ausschauen. Und meine Kommunikationsfähigkeiten werden in der Diskussion mit Freunden geschärft.

Ergänzen statt ausgrenzen

Gefährlich wird es nur dann, wenn ein Lebensbereich überhand gewinnt. Dann gerät die Balance in Ungleichgewicht. Arbeite ich zu hart und finde ich keine Zeit mehr für meine Freunde, dann werden die sich auch langsam zurückziehen. Kümmere ich mich zu sehr um den Sport, dann muss ich meine Familie dafür vernachlässigen. Die Suche nach einem gesunden Gleichgewicht bleibt, aber eben ein Gleichgewicht zwischen unterschiedlichen Lebensbereichen, die sich im Optimalfall gegenseitig ergänzen und befruchten.

Work-Life-Balance R.I.P

Lasst uns gemeinsam die Work-Life-Balance zu Grabe tragen. Ich habe nicht Work und nicht Life, sondern einen schicken bunten Mischmasch. Und der macht mich zu dem, was ich bin. Aber trotzdem: als Führungskraft und Chef ist es meine Aufgabe, die Mitarbeiter zu schützen. Zu schützen vor zu viel Arbeit, zu wenig Freizeit und zu viel Verantwortung. Ich bin jeden Tag darum bemüht, dass die Sorgen aus der Arbeit auch in der Arbeit bleiben. Ich will, dass meine Mitarbeiter ihre Freizeit auch genießen können. Gerne auch mal gemeinsam bei einem gemütlichen Grillabend nach dem Büro. Und ja, die E-Mails an die Mitarbeiter am Abend und am Wochenende, die sollten wir uns sparen. Schließlich reicht es auch, wenn die E-Mail am nächsten Tag gelesen wird. Deine Mitarbeiter sind die Profis für ihre eigene Life-Domain-Balance, frage sie aktiv danach, wie du sie unterstützen kannst. Und kümmere dich gemeinsam mit ihnen darum, wie das Gleichgewicht besser gelingt. Du wirst sehen, auch dein Gleichgewicht verbessert sich dadurch.

Andreas Hermann

Andreas Hermann ist Dipl.-Psychologe und zertifizierter Arbeitspsychologe. Er ist Geschäftsführer von Business Beat. In diesem Blog deckt er den großen Bereich Stakeholder-Management ab. Besonders faszinieren ihn die oftmals kleinen Stellschrauben, die einen unglaublich großen Effekt haben können.

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