"Die Führung sieht den Gewinn. Aber das Team sieht ihn nicht?"

KI im Unternehmen: Was Beschäftigte wirklich denken und wie du es erfährst

KI ist im Arbeitsalltag angekommen, oft schneller, als Unternehmen darauf reagieren. Laut Gallup Engagement Index Deutschland 2025 berichten 64 Prozent der Beschäftigten, dass in ihrem Unternehmen KI eingesetzt wird, und 48 Prozent nutzen sie regelmäßig. 2023 waren es noch 14 Prozent. Was im Team dabei tatsächlich ankommt, erfährt die Führung allerdings selten ungefiltert: ob Menschen KI als Entlastung erleben, als Druck oder als beides. Wenn du das wissen möchtest, musst du nachfragen.

Nutzung wächst, Sorgen wachsen mit

Die Haltung der Beschäftigten ist gemischter, als es die Nutzungszahlen vermuten lassen. Im Gallup-Index halten 50 Prozent es für überhaupt nicht wahrscheinlich, dass KI ihren Job in den nächsten fünf Jahren gefährdet, 2018 waren es noch 72 Prozent. 16 Prozent halten es für sehr oder ziemlich wahrscheinlich, 2018 lag dieser Wert bei 7 Prozent. 

Österreich zeigt ein noch skeptischeres Bild. Laut Stepstone Hiring Trends Update Q2 2026 befürchten 44 Prozent der befragten Beschäftigten in Österreich, dass ihr Arbeitsplatz durch KI oder Automatisierung überflüssig werden könnte. In Deutschland sind es 35 Prozent. Dazu passt, dass 75 Prozent sich nach eigenen Angaben ständig neue Kompetenzen aneignen müssen, um am Arbeitsmarkt zu bestehen.

Hinter vielen Vorbehalten gegenüber KI steckt eine einfache Sorge: Werde ich ersetzt?

Wer das befürchtet, nutzt Tools nur widerwillig, verschweigt die Nutzung oder lässt sie ins Leere laufen. Das ist selten Bosheit. Oft ist es der Versuch, in einer unsicheren Lage ein Stück Kontrolle zu behalten. Wer dagegen spürt, dass Arbeitsplatz und Entwicklung abgesichert sind, probiert aus. Führung kann das beeinflussen, indem sie Zukunftsskills vermittelt und offen sagt, wie sich Aufgaben verändern. Ob das ankommt, zeigt z.B. eine Puls-Befragung.

Führung und Team sehen nicht dasselbe

Eine der auffälligsten Lücken liegt – wie so oft – in der Wahrnehmung. Im EY European AI Barometer 2025 erkennen in Österreich 47 Prozent der Führungskräfte einen Produktivitätszuwachs durch KI bei ihren Mitarbeitenden. Bestätigt wird das nur von 19 Prozent der Mitarbeitenden. Auch die BCG-Studie „AI at Work 2026” zeigt für Deutschland ein Gefälle: Obwohl die Nutzung auf internationalem Niveau liegt, berichten Führungskräfte hierzulande seltener von positiven Effekten auf ihre tägliche Arbeit (52 Prozent gegenüber 71 Prozent weltweit). Und nur 28 Prozent der Beschäftigten in Deutschland sparen nach eigenen Angaben durch KI mindestens einen Arbeitstag pro Woche, weltweit sind es 42 Prozent. 

Das Interesse ist da, die Begleitung fehlt. Laut Gallup stimmen nur 21 Prozent der Beschäftigten, deren Unternehmen KI nutzt, vollständig zu, dass ihre Führungskraft den Einsatz aktiv unterstützt. BCG kommt 2025 zu einem ähnlichen Ergebnis: Nur ein Viertel der Angestellten ohne Führungsverantwortung bekommt beim KI-Einsatz klare Unterstützung durch Vorgesetzte.

Unterstützung verändert die Haltung

Was Führung bewirken kann, zeigt ebenfalls die BCG-Studie von 2025. Beschäftigte, die Unterstützung durch ihre Führungskraft erleben, sind deutlich positiver zu KI eingestellt. Bei der Freude an der Arbeit liegt der Wert bei 55 Prozent gegenüber 15 Prozent ohne diese Unterstützung, bei den eigenen Karrierechancen bei 62 zu 13 Prozent. 

Gleichzeitig fühlt sich nur gut ein Drittel der Beschäftigten ausreichend auf die Veränderungen durch KI vorbereitet. Wo Schulung, Tools und Rückhalt fehlen, suchen sich Menschen eigene Wege: 54 Prozent der Befragten würden laut BCG 2025 im Zweifel auch ohne Zustimmung des Arbeitgebers auf KI-Anwendungen zurückgreifen. Das Risiko der sogenannten Schatten-KI entsteht also häufig dort, wo Regeln unklar bleiben. Im EY-Barometer geben 44 Prozent der Befragten in Österreich an, KI nicht nutzen zu dürfen oder nicht zu wissen, ob es erlaubt ist.

Fünf Themenfelder für Fragen, die du deiner Belegschaft stellen solltest

Statt zu raten oder irgendwas anzunehmen, kannst du die Haltung deiner Teams direkt erfragen. Diese fünf Themenfelder, bzw. Fragen helfen dir dabei:

01

Nutzung

Wofür setzen deine Leute KI heute ein, und wie oft? Eine offene Frage wie „Für welche Aufgabe hilft dir KI aktuell am meisten?” zeigt oft mehr als eine Skala.

02

Regeln und Klarheit

„Ich weiß, was ich mit KI-Tools bei der Arbeit darf und was nicht.” Hier erkennst du, wo Schatten-KI entstehen könnte.

03

Vorbereitung

„Ich fühle mich ausreichend geschult, um KI sinnvoll einzusetzen.” Die Antworten zeigen dir, in welchen Bereichen Schulungen fehlen.

04

Unterstützung durch Führung

„Meine Führungskraft unterstützt mich aktiv beim Einsatz von KI.” Das ist der Hebel, den die Studien als besonders wirksam zeigen. 

05

Chancen und Sorgen

„Ich sehe KI eher als Chance für meine Rolle” und „Ich mache mir Sorgen um meine berufliche Zukunft.” Beides gleichzeitig abzufragen, macht sichtbar, dass es um mehr als Zustimmung oder Ablehnung geht.

Ergänze das Ganze um ein Freitextfeld: „Was würde dir im Umgang mit KI helfen?” Die Antworten geben dir konkrete Ansatzpunkte. 

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Aus Antworten Maßnahmen machen

Der größte Fehler wäre, die Ergebnisse nur als Stimmungsbild zu lesen. Schau auf Unterschiede zwischen Bereichen, Standorten und Rollen. Ein Team mit hoher Nutzung und niedriger Vorbereitung braucht eine andere Antwort als ein Team, das KI aus Unsicherheit meidet. Mögliche Schritte: 

  • Schulungen gezielt dort anbieten, wo die Vorbereitung am niedrigsten ist 
  • Regeln und erlaubte Tools verständlich kommunizieren 
  • Führungskräfte mit Gesprächsleitfäden ausstatten, damit sie über Sorgen und Chancen reden können 
  • Teams an der Auswahl von Anwendungsfällen beteiligen 
  • nach einigen Wochen erneut fragen, ob sich etwas verändert hat 

Wie Business Beat dabei hilft

Mit Business Beat holst du die Haltung deiner Belegschaft in kurzen, anonymen Puls-Befragungen ein. Die Standardfragen im Bereich Transformation, etwa zu Digitalisierung und Technologie, Arbeitsumgebung und Tools oder Mitgestaltung, lassen sich um eigene Fragen zu KI ergänzen. Die Ergebnisse siehst du live, auswertbar nach Teams und Bereichen, mit Trendverlauf. So erkennst du, wo Unsicherheit herrscht, und kannst nachverfolgen, ob deine Maßnahmen wirken.

Fazit

Zuhören, bevor du ausrollst

Die Zahlen zeigen also eine Belegschaft, die KI nutzt, aber oft allein damit bleibt. Wer jedoch die Haltung der Belegschaft kennt, kann Schulungen, Regeln und Führung dort einsetzen, wo sie auch gebraucht werden. Das beginnt mit einer einfachen Frage: Wie erlebt ihr KI bei uns?

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