Gallup-Weckruf für 2026
80 Prozent deiner Mitarbeitenden sind nicht wirklich dabei
Gallup hat es wieder getan und gemessen. Die Zahlen sind eindeutig: Nur 20 % der weltweit Beschäftigten sind wirklich engagiert. Okay. Und was ist mit dem Rest?
Entweder stiller Dienst nach Vorschrift oder aktiv desengagiert. Was sich dahinter genau verbirgt, warum es diesmal besonders brisant ist, und was das konkret für dein Unternehmen bedeutet, erklären wir in diesem Blogartikel.
Was Gallup 2026 gemessen hat
Der jährliche „State of the Global Workplace“-Report ist die größte laufende Studie zur Arbeitserfahrung weltweit: Im Jahr 2025 wurden rund 263.000 Beschäftige in über 140 Ländern befragt. Das Ergebnis ist ein äußerst nüchternes Bild des globalen Arbeitslebens:
20 %
der Mitarbeitenden weltweit sind engagiert. Das ist der Tiefstwert seit 2020
$10 Bio.
verlorene Produktivität jährlich, das sind ca. 9 % des globalen BIP
34 %
fühlen sich persönlich „thriving“ (also „erfolgreich und sich entfaltend“): Erstmals seit 3 Jahren leicht gestiegen.
Auffällig: Es ist das erste Mal, dass das globale Engagement zwei Jahre in Folge gesunken ist. Im Umkehrschluss bedeutet das: Keine Region der Welt konnte im letzten Jahr zulegen.
Besonders alamierend:
Die Managementkrise
Wenn Engagement sinkt, denken viele zuerst an die Mitarbeitenden. Gallup zeigt aber, dass der größte Treiber des Rückgangs sitzt mindestens eine Ebene höher: Das Engagement der Manager:innen ist seit 2022 um neun Prozentpunkte gefallen, nämlich von 31 auf 22 Prozent. Zum Vergleich: Das Engagement „einfacher“ Mitarbeitenden lag im selben Zeitraum weitgehend stabil. Manager:innen haben ihren historischen „Engagement-Vorsprung“ damit fast vollständig verloren.
Gallup benennt folgende Faktoren:
- Steigende emotionale Belastung: Führungskräfte berichten deutlich häufiger von Stress, Wut, Traurigkeit und Einsamkeit als einfache Mitarbeitende
- Führungsrollen bieten kaum noch emotionale Aufwärtsmobilität, damit verlieren die klassischen „Perks“ des Manager:innen-Daseins an Wert
Jetzt aber schnell das Gute: Es ist kein völlig unabwendbares Schicksal. In Best-Practice-Organisationen sind 79 % der Manager:innen engagiert, das ist fast viermal (!) so viel wie der globale Schnitt. Der Unterschied liegt nicht in der Branche, nicht in der Unternehmensgröße, sondern darin, ob Engagement als strategische Priorität behandelt wird.
Europa:
Engagiert im Gefühl, abgekoppelt im Job
Wer in Europa arbeitet, findet ein interessantes Paradox: Das persönliche Wohlbefinden ist vergleichsweise robust: 49 % der Europäer:innen fühlen sich „thriving“, Stress und Einsamkeit liegen unter dem globalen Schnitt.
Und trotzdem: Europa hat mit 12 Prozent das niedrigste Mitarbeitendenengagement der ganzen Welt. 15 % sind sogar aktiv desengagiert, das heißt, sie untergraben aktiv, was ihre engagierten Kolleg:innen aufbauen.
Was das bedeutet: Menschen in Europa halten durch. Sie kommen, erledigen ihre Arbeit, aber sind leider emotional kaum mit dem verbunden, was sie tun. Das ist nicht die „klassische“ Krise. Vielmehr ist hier eine stille Abkopplung zu sehen, die schleichend Potenzial vernichtet und damit sehr gefährlich ist.
Insbesondere für österreichische und deutschsprachige Unternehmen ist das eine direkte Aufforderung zum Handeln.
Was das für dein Unternehmen bedeutet
Gallup liefert glücklicherweise nicht nur Diagnosen, die Studie benennt auch, was wirkt. Und genau hier beginnt die Arbeit, die wir bei Business Beat jeden Tag unterstützen:
01
Manager-Engagement messen und entwickeln
Du kannst nicht steuern, was du nicht siehst. Regelmäßige Führungskräfte-Feedbacks, ob 360, 270 oder 180 Grad, machen sichtbar, wo Führungskräfte stark sind und wo sie Unterstützung brauchen. Nicht als Bewertung gedacht, sondern als Entwicklung.
02
Engagement kontinuierlich tracken (einmal jährlich ist nicht kontinuierlich)
Jährliche Mitarbeiterbefragungen zeigen dir den Zustand von vor sechs Monaten. Puls-Befragungen und eNPS geben dir ein Echtzeitbild und damit die Möglichkeit, frühzeitig gegenzusteuern, bevor aus stiller Abkopplung ein echter Rückzug wird.
03
Das Mitarbeitergespräch als Engagement-Hebel nutzen
Gallup belegt, dass Autonomie, Sinn und das Gefühl, gehört zu werden, die stärksten Treiber von Engagement sind. Strukturierte Mitarbeitergespräche mit digitalem Vorab-Feedback schaffen genau das: Einen sicheren Raum, in dem echte Themen auf den Tisch kommen.
04
Anonymität als Voraussetzung für ehrliches Feedback
Das Europa-Paradox zeigt auch: Die Menschen sind nicht in der Krise, sie äußern sich nur nicht. Eine anonyme Plattform ist oft das einzige Sprachrohr, über das die stille Mehrheit überhaupt erreichbar ist.
Neugierig, wo dein Unternehmen steht?
Vereinbare ein kostenloses Kennenlerngespräch und wir schauen uns gemeinsam an, welche Feedbackprozesse bei euch den größten Hebel haben.

